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Wanderwochenende vom 14.-16.10.2016

02/11/2016

Freizeitgestaltung

Geplant wurde eine Wanderung von Rotkreuz bis zurück zum Neuhof in Birr. Gute 50 Kilometer, Schritt für Schritt, durch die malerische Landschaft entlang der Reuss, dem Zuhause entgegen. Bereits die Ankündigung einer Wanderung traf bei den Jugendlichen auf heftigen Widerstand. Verweigerung, Proteste, Hinterfragen des Sinnes. Obwohl, oder gerade weil die Bereitschaft zu wandern sehr gering war, hielten wir an unserem Vorhaben fest. Weil die Jugendlichen das eingefleischte Vorurteil haben, es sei nur anstrengend und sinnlos, würden sie nicht von sich aus wandern gehen und könnten auch nicht die Vorzüge dieser Freizeitaktivität erfahren. Gewissermaßen ging es darum, den Jugendlichen durch real Erlebtes die Möglichkeit zu geben, sich ein eigenes Bild dieser Aktivität zu machen.

Motivation der Gruppe

Die Herausforderung des Lagers bestand nun darin, die Jugendlichen gezielt abzuholen und zu motivieren. Um den Gruppenzusammenhalt auf spielerische Weise zu festigen, wurden vorgängig einige PET-Flaschen auf dem Weg versteckt. Darin befanden sich Rätsel, welche als ganze Gruppe gelöst werden sollten, um den nächsten Posten zu finden. Den Jugendlichen wurde zudem eine Überraschung in Aussicht gestellt, wenn wir das Lager beendet hätten und zurück auf dem Neuhof wären. Mit dem Zug machten wir uns, bepackt mit Proviant und Schlafsäcken, auf den Weg nach Rotkreuz. Dort angekommen wurde kurzerhand die verantwortungsvolle Aufgabe der Gruppenführung an einen Jugendlichen abgegeben, indem wir ihm den ersten Hinweis der Schnitzeljagd aushändigten. Er musste die ganze Gruppe zum nächsten Posten führen und Pausen sinnvoll einteilen. Diese umgekehrte Rollenverteilung stieß auf Anklang und wir bestimmten von Zeit zu Zeit eine neue Führungsperson. Obwohl die Temperaturen bereits herbstlich frisch waren, kamen wir auf die Idee, eine Mutprobe zu lancieren und gingen in der eiskalten Reuss baden. Am Abend erreichten wir mit immer schwerer werdenden Schritten den Bauernhof in Boswil. Die Sonne war gerade untergegangen und tauchte mit ihren letzten Strahlen die Natur in eine herbstliche, warme Stimmung. In einer großen Scheune konnten wir unser Nachtlager beziehen. Nachdem ein Topf Spaghetti zubereitet und verspeist wurde, sanken wir gegen Mitternacht müde, aber stolz auf die Tagesleistung, in unsere Schlafsäcke und legten uns ins Stroh.

Am folgenden Morgen bereiteten wir unser Frühstück zu: Frische Milch vom Bauernhof, Brot und Rösti. Da die Jugendlichen am Vortag eine beachtliche Leistung hingelegt hatten, ließen wir ihnen die Entscheidung offen, bis nach Birr zurückzuwandern oder bei Wohlen den Zug zu nehmen. Wir schulterten unsere Rucksäcke und machten uns erneut auf den Weg. Von Wohlen waren wir mit dem Zug bald Zuhause. Nachdem wir den letzten Posten auf dem Neuhof gefunden hatten, lösten wir die Überraschung ein und fuhren nach Schinznach ins Thermalbad, um uns im warmen Wasser zu entspannen, einen schönen Abschluss zu machen.

Stefan Ryter Sozial-und Freizeitpädagoge
Deborah Weber Sozialpädagogin 

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