Erlebnisberichte 2015

Wanderwochenende im Tessin vom 13. – 15.11.2015

Am Freitag fuhren wir voll beladen  mit Anhänger und Bus in den Süden.  Kurz vor 21 Uhr kamen wir bei unserem Camping an und mussten die Zelte aufbauen. Zum Glück konnten wir einen Halogenscheinwerfer aus der BV Werkstatt ausleihen. Dieser machte es überhaupt möglich, unser Lager aufzubauen.  Wir hatten zudem Glück, dass zu dieser Zeit die Tagestemperaturen noch nicht stark gesunken waren. Wir verbrachten den Abend unter unserem Essenszelt und tranken Kaffee und Tee. Um 23.30 Uhr verschwanden alle in ihre Zelte.

Am Samstag war um 9 Uhr Tagwache, 09:30 Uhr Morgenessen und um 10:30 Uhr starteten wir mit unserer Wanderung.  Die einen Jugendlichen fanden das Wandern eine absolut blöde Idee. Andere wiederrum liessen sich gut in dieses Abenteuer ein. Unsere Wanderung ging durch Agno hinauf zum Dörfchen Cimo. Dann der Flanke entlang durch wunderschöne Kastanienwälder und Singletrails nach Lisone. Von da an hatten wir nur noch ein kurzes Stück bis zur Kapelle St Bernardo, wo wir unser Picknick verspeisten und die Aussicht in die umliegenden nahen und fernen Berge und Hügel  geniessen konnten. Danach kam dann das langersehnte abwärtslaufen. Dies fanden dann alle sehr spassig und rannten zum Teil runter.  Die Route führte uns dem Grat entlang bis nach Vernate. Wir gingen durch wunderschöne Gassen und Wanderwege die uns bis zum Luganer See führten. Dem See entlang kamen wir um 15:30 Uhr am Campingplatz an.

Die einen hatten noch genügend Energie um Basketball zu spielen. Andere machten es sich am Lager oder am See gemütlich. Nach dem Duschen liefen wir erneut ins Dorf (Agno) um eine Pizza essen zu gehen.  Später am Abend sassen wir gemütlich beisammen am Campingplatz, tranken Tee und Kaffee  und redeten über dies und jenes.

Der Sonntagmorgen starteten wir erst um 9:30 Uhr. Zuerst assen wir Frühstück. Danach galt es wieder alles zu verpacken und in den Anhänger zu verfrachten. Anschliessend machten wir uns auf den Nachhauseweg. In Bellinzona fuhren wir von der Autobahn und machten einen Abstecher zu der Verzasca Staumauer. Leider waren keine Springer auf der Mauer, die wie damals James Bond, an einem Gummiseil in die Tiefe sprangen. Dennoch war die Begeisterung und Faszination der Tiefe enorm. Jeder Jugendliche hatte starke Bedenken, ob er diesen Sprung überhaupt wagen würde. Klar war, dass diejenigen die das machen, einen Knall hätten. Mit dieser Erkenntnis fuhren wir den langen Weg nach Birr zurück und beendeten unseren Ausflug mit Material wegräumen und einem guten Abendessen.

Photo Gallery

Segellager 02. - 09.10.2015

Am Samstag machten wir uns schon morgens um 05:00 Uhr auf den Weg nach Rostock an der deutschen Ostseeküste. Nach einer langen Zugfahrt kamen wir dort am späten Nachmittag an und betraten die deAlbertha, ein altes Segelschiff, das in den nächsten sechs Tagen unser zu Hause sein sollte. Nach unserer ersten Nacht wurden wir auch schon mit den Aufgaben an Bord vertraut gemacht. Um die Segel setzen zu können, erhielt jeder konkrete Zuständigkeiten, die er während des Lagers zuverlässig erledigen musste. Es war aufregend zu sehen, dass die einzelnen Aufgaben zusammengenommen ein so grosses Schiff in Bewegung setzen konnten. In den kommenden Tagen wurden wir immer sicherer bei unseren Aufgaben und klappte mal was nicht, so hatten wir eine lustige und nette Bootsfrau an unserer Seite, die uns geduldig und fachkundig half.

Unser erster, herrlich sonniger Segeltag führte uns von Rostock nach Nysted, auf der Insel Lolland in Dänemark.  Aufgrund starken Nebels konnten wir am nächsten Tag erst gegen Mittag den Hafen verlassen. Bei schönem Wetter segelten wir dann bis nach Gedser auf der Insel Falster, immer noch in Dänemark. Hier gab es einen schönen Grillplatz auf dem wir mit Gegrilltem und leckeren Salaten unseren Segeltag ausklingen liessen.

Da am nächsten Tag erneut ein dichter Nebel die Weiterfahrt hinauszögerte, veranstalteten wir mit einer deutschen Jugendgruppe, mit der wir uns das Schiff teilten eine Olympiade. Nach vielen Disziplinen, wie Beiboot paddeln, Stadt Land Fluss, Fussball und vielem mehr stand der Sieger fest … die Schweiz :-)

Erst gegen 15:30 Uhr verliessen wir den Hafen in Richtung Kühlungsborn in Deutschland. Dieser Tag bescherte uns viel Wind, so dass unser Schiff so manches Mal eine ganz schöne Schräglage erhielt. Ab 18:00 Uhr begann es dann langsam einzudunkeln, so dass wir bis zu unserer Ankunft um 22:00 Uhr bei Dunkelheit segelten. Das war ein besonderes Erlebnis aber auch eine besondere Herausforderung. Bei soviel Aktion waren alle begeistert.

Von Kühlungsborn ging es am nächsten Morgen weiter nach Rerik, in dessen Hafen wir schon am frühen Nachmittag ankamen. Hier machten wir einen ausgiebigen Strandspaziergang, sammelten Feuersteine, versuchten anhand von Fischkadavern die Gattung herauszufinden und tobten in der Brandung des Wassers.

Am nächsten Morgen segelten wir bei Regen Richtung Travemünde. Heute versteckte sich fast jeder unter Deck und kam nur für die Wenden hervorgekrochen. Unser letzter Tag brachte uns dann nach Wismar, unserem Zielhafen. Müde aber um viele Erfahrungen reicher machten wir uns dann am nächsten Morgen auf den Weg zurück in die Schweiz.

Photo Gallery

Herbstlager am Gardasee - Wohngruppe 3

Unser Lager begann am Samstag mit einem ausgiebigen Frühstück. Gestärkt und mit gepackten Koffern starteten wir gegen 10:30 Uhr unsere Reise gen Süden. Nach einer unkomplizierten Fahrt kamen wir am späten Nachmittag am schönen Gardasee in Sirmione an. Unser Ferienhaus war nur wenige Schritte vom Seeufer entfernt. Den ersten Abend liessen wir mit einem kleinen Erkundungsspaziergang in die malerische Altstadt von Sirmione ausklingen.

Am nächsten Tag stand Aktion auf dem Programm. Zusammen machten wir uns auf nach S. Aloisio, zu  Europas ersten Kletter- oder Abenteuerparcour “unter Tage”. Die Fahrt dorthin führte über typische italienische Dörfer und schmale Serpentinen, was für sich schon ein Abenteuer war. Am Ziel angekommen staunten wir nicht schlecht, sah die Miene doch recht gespenstisch und verlassen aus. Nach einer fachkundigen Einführung wurde unser ganzes Können abverlangt. Der Parcour führte über schmale Seile, wacklige Holzbrücken und schwindelerregende Höhen. Es war für alle ein besonderes Erlebnis und ein perfekter Einstieg für die Gruppendynamik.

Am Montag widmeten wir uns ausschliesslich der Erkundung von Sirmione. Angefangen mit einem gemeinsamen Marktbesuch, teilten wir die Gruppe nach Interessen auf und verbrachten den Nachmittag entweder am und im See oder in den verwinkelten Gassen der Altstadt.

Nach einem etwas ruhigeren Tag stand am Dienstag wieder Bewegung auf dem Programm. Unser Ziel war der Wasserfallpark „Parco delle Cascate“ im mittelalterlichen Dörfchen Molina, wo die Uhren noch deutlich langsamer gehen. Versteckt inmitten einer kargen Felslandschaft eröffnet sich uns eine riesige Oase von sattem Grün und tosenden Wasserfällen. Ohne auch nur kurz zu zögern entschieden wir uns natürlich für die lange und besonders steile Route. Auf der Wanderung durchliefen wir ganz besondere Attraktionen wie etwa einen Sturzwasserfall, einen schwarzen Wasserfall, die doppelte Höhlung oder auch (was für besondere Vorfreude sorgte) die Grotte der dunklen Brüste. Ein besonderes Highlight war eine Seilschaukel, in der man direkt zwischen zwei imposanten Felsen direkt auf den Wasserfall zusausen konnte. Erschöpft und zufrieden begaben wir uns zurück zu unserer Villa.

Am Mittwoch gingen wir auf Safari-Tour. Der „Parco Natura Viva“ erwartete uns mit seinen 1500 Tieren. Mit unserem eigenen Auto durchfuhren wir wilde Gehege von Zebras über Lamas bis hin zu wilden Löwen. Im Anschluss setzten wir unsere Tour zu Fuss fort und schauten vorbei bei den putzigen Erdmännchen und den quirligen Lemuren. Damit war unser Tag aber noch nicht vorbei. Am Nachmittag wurde es rasant und spritzig. So fuhren wir mit einem Motorboot um die Halbinsel von Sirmione, wobei sich die Jungs zu ihrer grossen Freude auch als Kapitän versuchen durften.

Der Abend stand ihnen wie auch die vorherigen Abende, zur freien Verfügung und konnte in Eigenregie gestaltet werden.

Unser letzter Ausflug führte uns am Donnerstag in das historische Verona. Hier bestaunten wir zunächst  das Wahrzeichen der Stadt, - die Arena, ein römisches Amphitheater. Darüber hinaus kommt man in Verona nicht an der Tragödie um Romeo und Julia vorbei. So stand für uns ausser Frage, den wohl bekanntesten Balkon der Stadt zu besuchen. Inspiriert von der romantischen Umgebung verewigten sich die Liebestollen an den bereits bis unters Dach vollgekritzelten Gemäuern. Um die gelungene Woche angemessen zu würdigen und das „Dolce Vita“ nochmals in vollen Zügen zu geniessen, gönnten wir uns am Abend einen feierlichen Restaurantbesuch.

Bevor wir uns versahen, war bereits der Abreisetag gekommen. Alle halfen beim Aufräumen tatkräftig mit und so konnten wir unser Haus zur vorgegebenen Zeit sauber übergeben. Glücklich und mit tollen Erinnerungen begaben wir uns auf den Heimweg. 

Photo Gallery

Interessenwochenende Biken vom 18. – 20.09.2015

Am Freitag nach Arbeitsschluss packten wir unsere Taschen in den bereits mit Bikes beladenen Anhänger und fuhren nach Valbella Lenzerheide zur Jugendherberge, welche für dieses Wochenende unser Domizil war.

Am Samstagmorgen stand Technikfahrtraining auf dem Programm. Die Jugendlichen bekamen, bei schönem aber kühlem Wetter, die Techniken für die bevorstehenden Bike Abfahrten beigebracht. Nach zwei Stunden im Übungsgelände des Bikeparks nahmen wir die Gondel bis zu Mittelstation und wagten uns auf die Downhill Strecke.
Die erste Fahrt wurde bewusst sehr vorsichtig angegangen, bei der zweiten Abfahrt wagte der Eine oder Andere schon etwas mehr. 
Da Mountainbiking nicht nur aus Downhill besteht machten wir uns zum Abschluss des Tages auf eine kurze Bike Tour. Die Tour hatte 23Km und ca. 300 Höhenmeter. Hier zeigte sich schnell wer noch ausreichend Power in den Beinen hatte und wer konditionell an seine Grenzen stiess. Leider schlug während der Tour das Wetter um und wir bekamen eine  ordentliche, eher kühle Dusche von oben. Zum Glück führte uns die Tour direkt zur Jugendherberge, wo uns neben einer warmen Dusche auch ein ausgiebiges Abendessen erwartete. Den Rest des Abends liessen wir mit einer Runde Gesellschaftsspielen ausklingen.

Am Sonntagmorgen war das Wetter sehr unbeständig. Obschon die Wetterprognose trockenes Wetter ankündigte, fiel leichter Regen. Trotz den widrigen Bedingungen, dachte kein einziger Jugendlicher daran zurück auf den Neuhof zu fahren. Sie wollten unbedingt auf die Piste, denn aus diesem Grund waren wir ja schliesslich hier. So brachen wir warm eingepackt auf um die schlammigen Trails zu rocken. Aufgrund der schlechten Wetterlage, hatte es deutlich weniger Leute auf der Piste, was sich schlussendlich auszahlte. Mit jeder Abfahrt stiegen das Selbstbewusstsein und die Fahrtechnik. Einige Jungs waren so angefressen, dass sie die Downhill Strecke insgesamt 9 Mal befuhren. Im Verlauf des Tages wurde auch das Wetter besser. Die Sonne kam zum Vorschein und trocknete die total verschlammten Kleider allmählich.

Gegen 15 Uhr war es an der Zeit, die Bikes zu waschen. Nachdem alle Bikes im Anhänger verstaut und die dreckigen Kleider vom Leib waren, machten wir uns auf die Rückreise in den Aargau. Auf dem Neuhof angekommen, wurden wir mit einem feinen Abendessen empfangen.

Bis auf ein paar kleinere Blessuren und drei reparierten Veloschläuchen, ging das Interessenwochenende Biken gut über die Bühne. Die Jugendlichen waren hellbegeistert und sehnen sich bereits heute nach mehr Mountainbike Action!

Das IW-Team

Photo Gallery

Interessenwochenende Klettersteig vom 21. – 23. August 2015

Teil: Vorbereitung am Kletterfelsen Eppenberg bei Aarau, 12.08.2015.

 Um die Fähigkeiten und das Verhalten der Jugendlichen im Fels kennen zu lernen und einschätzen zu können verbrachten wir einen Abend beim Kletterfelsen in Eppenberg. Der dortige Einstiegsklettersteig vermittelte den Jugendlichen erste Eindrücke einer Steilwand und der Kontakt mit dem Fels sowie die Handhabung der Sicherungstechnik konnte geübt und gefestigt werden. Das gemütliche Grillieren und Zusammensein am Feuer trug seinen Teil zu einem gelungenen Abend bei, nach welchem alle Jugendlichen mit grosser Freude auf das Klettersteigwochenende blickten.

 
Teil: Begehung des Klettersteigs “Diavolo“ bei Andermatt.

 Da am 21. & 22. August 2015 unmittelbar neben dem Camingplatz in Andermatt ein Musikfestival stattfand suchten wir kurzfristig nach einer Alternative in der Nähe und fanden eine sehr schön gelegenen Campingplatz in Seelisberg unmittelbar an einem kleinen, idyllischen See. So bauten wir am Freitagabend hungrig unser Zeltlager auf und freuten uns auf Leckereien vom Grill. Den Rest des Abends verbrachten wir mit viel Humor am Lagerfeuer.

Am Samstag galt es zeitig auf zu stehen um das gute Wetter auf keinen Fall zu verpassen. Bei den Jugendlichen war die Nervosität über das bevorstehende Unterfangen, gepaart mit grosser Vorfreude, deutlich an zu merken. Beim Hinauf Fahren nach Andermatt öffnete sich der Blick an die Felswand, welche es zu erzwingen galt, was Einiges an Erstaunen auslöste. Ruhig und konzentriert machten wir uns bereit für den Klettersteig und machten uns auf zur Einstiegsstelle. Letzte Instruktionen, letztes Motivieren und los ging’s… Mit bedachten Schritten, die Sicherungstechnik stets im Auge, gewannen wir schnell an Höhe und die Nervosität wandelte sich in Andrenalin und Spass. Auf halben Weg, gemütlich auf einer Bank pausierend, wurden erste Erfahrungen ausgetauscht und glückliche Gesichter machten sich breit. Nach der Stärkung ging’s ins zweite Stück. Steile Wände mit Eisenbügeln, Querungen und Kanten galt es zu überwinden. Wir kamen in gutem Tempo voran, wobei Fotostopps nicht fehlten, so dass wir nach knapp zwei Stunden den Ausstieg erreichten und bei der wohlverdienten Pause die Aussicht geniessen konnten.

Am Abend stärkten wir uns mit feinen Älpler Makronen und sprachen über die Erlebnisse des Tages. Da der Wetterbericht für Sonntag schlecht ausfiel einigten wir uns aus Sicherheitsgründen am Sonntag keinen Steig in Angriff zu nehmen und nach entspannendem Ausschlafen gemütlich zusammen zu packen und heim zu fahren.   

Wir blicken auf ein absolut gelungenes und tolles Erlebnis zurück, welches bei den teilnehmenden Jugendlichen Lust auf Mehr auslöste und uns alle auf Beziehungsebene näher brachte.

Photo Gallery

Sommerlager 2015 der Wohngruppe 4

Eine sommerlich-heisse Lagerwoche steht vor unserer Türe. Mit Bike, Helm, gepolsterter Radler Hose und Trinkflasche ausgerüstet durchwandern wir etliche Campingplätze in Richtung französisch sprechender Schweiz. Jeder Rastplatz liegt direkt oder unmittelbar angrenzend an fliessendem oder stehendem Gewässer. Im Durchschnitt sollen 40km pro Tag bewältigt werden. Eine motorisierte Einsatztruppe bestehend aus zwei SozialpädagogInnen ist jeweils parallel mit unterwegs und liefert nach Bedarf erfrischende Zwischenverpflegung, sorgt allgemein für Nachschub von Esswaren etc. sowie ist für den Auf- und Abbau beim Campingplatz und für alle Notfälle zuständig.

Etappe 1 à Aarburg an der Aare

Der von der Jungmannschaft erwünschte Startschuss ertönt auf dem Neuhof in Birr bereits am frühen Samstagmorgen um 06:30 Uhr. Mit einem ausgiebigen Brunch holt sich jeder die nötigte Motivation und Energie. Die Biker starten voll durch und erreichen das Tagesziel schon vor der motorisierten Versorgungstruppe. Der Zeltplatz liegt direkt an einem starkströmigen Abschnitt der Aare sowie vis-à-vis von Sportplatz und Freibad was natürlich zu aktiver Freizeit einlädt. In guter Sichtweite entfernt ragt die Festung Aarburg in den Himmel hoch und ein paar von uns nehmen am dort angebotenen Rundgang teil. Zum Znacht geniessen wir grillierte Bratwürste mit grünem Salat. Einzelne Jungs haben noch die Kraft für Ausgang in der City bis früher oder später alle im Zelt, im Schlafsack an der freien Luft oder zu unserem Erstaunen im Anhänger in den Tiefschlaf fallen.

Etappe 2 à Solothurn an der Aare

Der Sonntag beginnt mit einem Brunch wobei auch „on the road“ ein Butterzopf nicht fehlen darf. Auf der Tagestour verirren sich zwei Jungs kurzzeitig und finden nach einer grosszügigen Ehrenrunde wieder zurück zur Gruppe. Auf dem Zeltplatz ist ein uns zugeteilter Platz bereits teilweise belegt und wir finden im Gespräch mit den Anwesenden einen für alle zufriedenstellenden Kompromiss. Der mitgeführte Pavillon und die Infrastruktur sind bereits schon installiert als die Jungmannschaft ihr Ziel erreicht und mit frischem Brot versorgt werden kann. Damit unsere Nahrungsmittel entsprechend gelagert werden können sind wir immer wieder damit beschäftigt die zahlreichen Kühlelemente in den zur Verfügung gestellten Kühlschränken auf tiefer Temperatur zu halten. Auch heute lädt der direkt anliegende und reich bevölkerte Fluss ein zum erfrischenden Bade in einem eher langsam fliessenden Abschnitt der Aare. Am frühen Abend ist ein Ausflug in die historische Altstadt geplant und anschliessend wird in einem „Ristorante“ Pizza oder Pasta eingenommen. Aufgrund der etwas drückenden Hitze im Innenhof werden dabei literweise Wasser im Eiltempo getrunken. Im Anschluss bleiben die Einen noch etwas in der City, die Anderen zieht es in Richtung Schlafplatz zurück.

Etappe 3 à Sutz-Lattrigen am Bielersee (2 Tage Aufenthalt)

Am Montag nach einem reichhaltigen Zmorge sind die Jung-Biker wieder mit Turboantrieb unterwegs und erreichten den Zeltplatz kurz vor der Bus-Crew. Nach einem kleinen Imbiss wird der Bielersee für eine erfrischende Abkühlung oder für Spiel und Spass genutzt; bis mehr als 100m weit hinaus kann man im Wasser noch Aufrecht gehen. Zum Znacht wird schmackhaftes Chili con Carne serviert. Am Abend fahren Einzelne mit dem Bike nach Biel und erkunden die Stadt. Der Rest bleibt bei den Zelten und es erklingen die mitgeführten Gitarren ohne Lagerfeuer-Romantik aber dafür mit anhaltender Leidenschaft.

Der Dienstag ist ein Ruhetag was ebenso Ausschlafen bedeutet. Bis um 10 Uhr findet auch der letzte müde Mitstreiter den Weg zum Frühstückstisch. Individuelles Programm nach Lust und Laune ist heute angesagt. Aus PET-Flaschen werden bspw. Fisch-Fallen konstruiert und erfolgreich eingesetzt. Im See wollen ein paar Jungs ihre Grenzen austesten und schwimmen in Begleitung von  SozialpädagogInnen etappenweise dem Ufer entlang. Gegen Abend zieht ein heftiger Sturm auf und in der Nacht regnet es ausgiebig. Wir erleben wie das Dach unseres Pavillons sehr gut fliegen kann; vielleicht wollte es doch lieber ein einsamer Drache sein als einfach nur ein Teil des Pavillons. Nach einem einfachen Znacht ist Ausgang für alle tabu da man fit sein soll für die nächste Etappe. 

Etappe 4 à Estavayer-le-Lac am Neuenburgersee

Tagwache und Frühstück am Mittwoch wird von der Jungmannschaft wieder früh am Morgen um 06:30 Uhr angesetzt. Praktisch ist das dann aber doch nicht so einfach und so verzögert sich die Abfahrtzeit noch bis um 08:30 Uhr. Seit Tourbeginn gibt es heute den ersten Zwischenstopp am Strand von Portalban und die Versorgungstruppe darf Sandwiches und kühle Getränke liefern. Begleitet von mediterranem Klima fegen starke Windböen ungehalten über Land und Wasser womit der Pavillon am neuen Standort nicht zum Einsatz kommt. Der Anhänger wird komplett ausgemistet und neu beladen. Zum Znacht gibt’s Spagetti. Sandstrand und kühles Wasser laden wieder zum Verweilen und Baden ein wobei die vorhandene Wasserrutschbahn ebenso mit viel Elan genutzt wird. Für Ausgang bleibt auch noch etwas Zeit obwohl das Portemonnaie der Jugendlichen bereits kläglich ausgehungert ist.

Etappe 5 à Yverdon-les-Bains am Neuenburgersee

Am Donnerstag wollen wir nach Frühstück und Packen vor der Abfahrt noch Wasserski fahren. Am Vortag war dies aufgrund der Wetterlage leider noch zu gefährlich. So nutzen einige dieses Angebot und lassen sich von dem mit 800m längsten Wasserskilift der Schweiz ein paar Mal im Kreise bzw. im Viereck herum ziehen. Selbstverständlich gelingt die Fahrt nicht bei jedem auf Anhieb. Nach einem kleinen „Waldfest“ (Cervelat und Brot) starten die Biker gegen 13 Uhr. Weil es die Kürzeste aller Routen ist trifft man bereits um 15 Uhr am Zielort ein und wird mit Glace in Empfang genommen. Der Zeltplatz ist besonders schön und geordnet und wir erhalten die Zuteilung fast unmittelbar am See gelegen. Auch hier lädt der Sandstrand ein zum chillen und ebenso ist der See bis 100m weit hinaus begehbar bis man überhaupt ans Schwimmen denken muss. Ein paar wenige nutzen das „Stand Up Paddling“ Angebot und stellen dabei fest, wie schwer es doch sein kann sich stehend auf einem Brett mit einem Paddel übers Wasser zu bewegen. Am Abend wird noch ein letztes Mal auswärts gegessen und Fest und Musik in der Stadt animieren zum mitfeiern.

Der Freitag ist der Tag unserer Heimreise. Ab 8 Uhr werden mit kniffliger Systematik à la dem legendären Tetris-Spiel alle Bikes im Anhänger verstaut und jeder noch so kleine Zwischenraum mit Lagergepäck gefüllt; beruhigend dass erfahrene Lagerleute unter uns sind. Das Zmorge geniessen wir am Boden auf Militärblachen. Um 10 Uhr geht’s los Richtung Heimat und nach nur zwei Fahrstunden erreichen alle müde aber wohlbehalten den Neuhof. Wir werden bereits mit Freude von einer Kollegin mit einem warm zubereiteten und feinen Z‘mittag erwartet. Nach einer kurzen Mittagspause helfen alle nochmal kräftig mit beim Aus-, Ein- und Aufräumen, Putzen und Schrubben, wieder zurecht biegen und sortieren, bis das letzte Ding wieder an seinem bisherigen Ort platziert sein darf. Die abschliessende Auswertung fällt durchwegs positiv aus und die Jungs verabschieden sich zufrieden in die wohl verdienten Ferien.

Birr, 04.08.2015 – Für die WG 4,  Daniel Irniger

Photo Gallery

Sommerlager 2015 der Wohngruppe 2

Borgo Val di Taro, Parma, Italien vom 4. – 11. Juli 2015

Mit grosser Vorfreude auf das schöne Italien und mit etwas weniger Lust auf die sechs stündige Fahrt startete der Samstag, 4. Juli 2015, auf der Wohngruppe 2 des Berufsbildungsheims Neuhof bereits um vier Uhr in der Früh. Um der angekündigten Hitze und dem Stau etwas zu entkommen war die Abfahrt auf fünf Uhr morgens geplant und etwas müde, aber pünktlich, ging es los. Es reichte nicht ganz um dem Gotthardstau zu entkommen. Der Entscheid über den Pass zu fahren erwies sich als richtig und so be-schränkte sich das Warten im Stau auf wenige Minuten. Bis auf ein kleines Verfahrmanöver auf den italienischen Autobahnen verlief die weitere Fahrt problemlos und wir erreichten unser Ziel - ein wunderschönes, weit abgelegenes, mitten in Natur stehendes Domizil - gegen Mittag. Obwohl weit ab vom Schuss waren die Jugendlichen begeistert vom grosszügigen Lagerhaus mit Umschwung und schöner Aussicht. Nach Beziehen der Zimmer und einer kleinen Stärkung verbrachten wir den Rest des Tages damit, Borgo Val di Taro zu erkunden und den Einkauf zu erledigen. Den Abend genossen wir bei feinem Grilliertem in spassiger Runde und hie und da gab‘s eine Runde Brändydog.

Am zweiten Tag fuhren wir ans Meer bei La Spezia, worauf sich die Jugendlichen sehr freuten. Am Strand herrschte ausgelassene Stimmung und die Jungs waren stets darauf bedacht, sich im besten und coolsten Licht zu präsentieren. Einige brachte man kaum mehr aus dem Wasser, in welchem gebadet, Ball gespielt, Hahnenkämpfe durchgeführt und spasseshalber gegenseitig getunkt wurde. Am Abend wieder zurück im Haus wurde entspannt und gechillt. Später beim Eindunkeln wurde die Umgebung ausgekundschaftet und Mutproben im Sinne von “wer traut sich im Dunkeln in den Wald“ entstanden. Da die Umgebung gute Möglichkeiten bot sich zu verstecken wurde dies genutzt um die zurück-kehrenden Jugendlichen zu erschrecken, was zu einigen erstarrten Gesichtern, zu Sprints und vielen Lachern führte.

Am dritten Tag blieben wir in der Nähe des Hauses und verbrachten den Tag an einem schönen Badefluss, an welchem sich auch Einheimische sonnten. Die Jugendlichen genossen auch hier die chillige Atmosphäre und versuchten sich hie und da unter die einheimischen Gleichaltrigen zu mischen.

Die Tage vier bis sieben glichen dann ziemlich den Tagen zwei und drei. Es standen stets Meer und Fluss abwechselnd auf dem Programm, so dass wir drei Mal am Meer und drei Mal am Fluss waren. Das Wetter spielte mit, so dass wir jeden Tag viel Sonne und Hitze geniessen durften. An den Abenden wurde in gemütlicher Runde zusammen gesessen, geredet und dis-kutiert, viel gelacht und mit Ehrgeiz Brändydog gespielt.

So blicken wir nach problemloser Heimfahrt auf ein ereignisreiches, spannendes und gleichzeitig entspannendes Lager zurück. Es freut uns, dass die Rückmeldungen der Jugendlichen durchgehend positiv waren, so dass die Woche in Italien für alle ein tolles Erlebnis mit wertvollen Erfahrungen war.

Photo Gallery

Sommerlager 2015 der Wohngruppe 1

Nach einem gemütlichen Brunch wurde sämtliches Gepäck verladen und wir fuhren los in Richtung Klingenzell im Thurgau. Dort angekommen, wurde uns das grosszügige Lagerhaus, namens „Schlosshotel Klingenzell“, übergeben, alles eingerichtet  und das Abendessen zubereitet. Da sich alle nach einer Abkühlung sehnten, spazierten wir nach dem Abendessen mit einem Badetuch und Badehosen ausgerüstet hinunter  zum Bodensee. Am Sonntag beschlossen wir, das See- und Freibad in Kreuzlingen zu besuchen, wodurch auch noch etwas mehr Ferienstimmung aufkam.  Das gemütliche Beisammensein und Grillieren am Abend rundete diesen wunderbaren Tag schliesslich ab. Da es am Montag ausnahmsweise etwas bewölkt war, liefen wir von unserem Lagerhaus nach Stein am Rhein. Dort angekommen, zog es den einen oder anderen doch noch ins Wasser, bevor wir uns mit dem Schiff wieder auf den Heimweg begaben. Nach dem steilen Aufstieg von Eschenz nach Klingenzell hatten wir uns das Abendessen auch wirklich verdient. Am Dienstag begaben wir uns dann mit unseren zwei Schlauchbooten auf den Rhein. Nach knapp fünf Stunden Rudern, Baden und Relaxen kamen wir schliesslich an unserem Ziel in Schlatt an und machten uns mit müden Armen auf den Rückweg zum Lagerhaus. Am Mittwoch waren wir uns aufgrund der hohen Temperaturen und der Anstrengungen des vergangenen Tages  schnell einig, dass es wieder an der Zeit war, etwas zu entspannen und so besuchten wir nochmals das wunderschöne See- und Freibad in Kreuzlingen. Am Donnerstag stand schliesslich das „Highlight“ auf dem Programm, welches zuvor noch von keinem der  Jugendlichen ausprobiert wurde. Wir fuhren nach Berlingen, wo wir mit einer Instruktorin des „Boarderhouse“ zum Stand-up-Paddle auf dem Bodensee verabredet waren. Schnell waren die wichtigsten Regeln klar und es ging mit Brett und Paddel ausgerüstet aufs Wasser. Bereits nach kurzer Zeit standen unsere Jugendlichen standfest auf den Brettern und geleiteten wie Könige übers Wasser. Natürlich konnten wir es nicht lassen, uns auch mal gegenseitig ins Wasser zu schupsen, zu zweit auf ein Brett zu klettern und ein Wettrennen zu veranstalten. Nachdem wir noch etwas am See lagen und baden gingen, war es auch schon Zeit, zurück zum Lagerhaus zu fahren. Wenig später  machten wir uns auf den Weg nach Stein am Rhein, wo wir unseren letzten Lagertag bei einem feinen Abendessen und anschliessendem Spaziergang durch die einzigartige Altstadt ausklingen liessen. Am Freitag war das Programm klar; Packen, aufräumen, putzen. Alle halfen mit uns so waren wir auch schneller fertig als geplant. Bei einer kurzen Auswertungsrunde wurde deutlich, dass wir auf ein gelungenes Lager mit bestem Wetter zurückblicken können.

Für die WG 1

Corinne Weber

Photo Gallery

Pfingstlager 22. – 25. Mai 2015

Unser diesjähriges Pfingstlager führte uns wie im Jahr 2013 erneut nach Réclère im schönen Jura. Die Unterkunft liegt exakt an/auf der schweizerisch-französischen Grenze und wird von einer sehr gastfreundlichen Grossfamilie geführt. Das “Schlafen im Stroh“ auf dem Bauernhof war für uns alle bereits etwas Besonderes und für Einzelne stellte es sogar eine Herausforderung dar.

Das Wetter meinte es gut mit uns, so dass wir die ganze Zeit über immer wieder die Sonne geniessen konnten. Am Samstag machten wir uns auf eine mehrstündige Wanderung in der idyllischen und hügeligen Umgebung, welche uns einiges an Kondition abverlangte. Am Sonntag stand Abseilen auf dem Programm. Der tolle Fels entdeckten wir am Vortag bei der Wanderung, was für Alle das Highlight war. 

Mit dem gemütlichen Zusammensein an den Abenden blicken wir auf ein ereignisreiches und gleichzeitig entspannendes Lager zurück, bei welchem die Jugendlichen wertvolle Erfahrungen sammeln konnten.

 Pfingstteam

Photo Gallery

Auffahrtsdienst 2015

Mittwoch 13.05.2015

Mittwochabend trafen wir uns um 18.00 h in der WG 4 zum gemütlichen Grillen. Neben Töggelen stand natürlich anschliessend der Cup-Halbfinal auf dem Programm, welchen die meisten Jugendlichen interessiert am TV mitverfolgten. Andere, weniger fussballbegeisterte kreierten unter kundiger Anleitung ein wohlschmeckendes Mousse au chocolat.

 Donnerstag 14.05.2015

Da uns das Wetter am Vormittag noch gut gesinnt war konnten wir den Brunch draussen an der frischen Luft geniessen. Waren die Jugendlichen anfangs noch stark vom Schlaf gezeichnet, tauten sie nach gebratenem Speck mit Spiegeleiern, frischen Hörnchen, diversen Sorten Käse und frischem Saft relativ rasch auf und eine gute Stimmung verbreitete sich.

Am Nachmittag konnten wir dann ein Museum der besonderen Art erkunden. Wir fuhren zum Schokoladenmuseum in Buchs wo wir an einer interaktiven, poetischen Reise um die Welt der Schokolade teilnehmen durften. So erkundeten wir den Weg von der Kakaobohne bis zur fertigen Schokolade und erfuhren unter anderem, dass die SchweizerInnen mit einem pro Kopf Konsum von 112 kg Schokolade pro Jahr WeltmeisterInnen sind! Im Weiteren konnten wir unsere Geruchssinne im Duftlabor testen, herausfinden zu welchem Schokoladentyp man gehört und last but not least die köstlichen Kreationen à discretion degustieren.

Nach einer Erfrischung machten wir uns am Abend ans Kochen und zauberten ein wohlschmeckendes Curry auf den Tisch. Anschliessen blieb genug Musse für interessante Gespräche, Spiele oder TV.

Freitag 15.05.2015

Das regnerische und kalte Wetter, veranlasste uns, den Tag im Erlebnisbad in Morschach zu verbringen. Der Besuch im Bad machte allen sichtlich Spass. Die Rutschen, Sprudelbäder, aber auch das gemütlich im Wasser liegen genossen alle. Einzelne besuchten sogar die Sauna. Dabei mussten sie mit mehr oder weniger Schrecken feststellen, dass die Saunagänger eher ältere Menschen waren. Sie fanden dieses Erlebnis nicht gerade erfrischend und beendeten diesen Besuch sehr schnell wieder. Nach zwei Stunden Wasserspass verliessen wir den Ort und machten uns auf den Nachhauseweg. Zuhause kochten und assen wir das Abendessen und genossen den Abend mit TV und vorbereiten für den nächsten Tag.

 Samstag 16.05.2015

Heute starteten wir eine Stunde früher, um den vorhergesagten Sonnentag auf der Reuss zu geniessen.  Alles gepackt und mit vollem Elan starteten wir um 12.00 h und hatten das Boot um 13.00 h im Wasser. Die Jungs hatten erst etwas Respekt vor der starken Strömung. Einmal im Fluss, war die Angst verflogen und der Spass am Paddeln und welligen Stellen durchfahren kam auf. Nach einer Stunde wasserten wir beim Camping Sulz aus und machten Feuer zum Grillieren.  
Der Abend liessen wir ruhig ausklingen.

 Sonntag 17.05.2015

Heute entschliessen wir uns, den Geheimnissen des Tierreichs auf den Grund zu gehen und so machen wir uns auf den Weg in den Zoo Zürich. Dort angekommen reissen uns die gierigen Pythons, die witzigen Faultiere und die beeindruckenden Zitteraale schnell in ihren Bann und wir merken, dass wir in drei Stunden niemals unser Vorhaben alles zu sehen, schaffen können. Nach einer kurzen Stärkung schauen wir uns noch das neu erbaute Elefantengehege an und machen uns auf den Rückweg. In der abschliessenden Auswertungsrunde zeigen sich alle durchwegs begeistert und loben die Sozialpädagogen für das rundum gelungene Auffahrts-Speziallager.

Das Auffahrtsteam 

Photo Gallery

Bike-Wochenende Wohngruppe 2 im Tessin

Am Freitag,  1. Mai 2015 fuhren wir bereits um 14.00 Uhr mit voll beladenem Anhänger und bei strömendem Regen los. Am Gotthard mussten wir fünf Kilometer Stau überwinden und schafften es trotzdem bereits um 18.00 Uhr auf dem TCS Camping Muzzano zu sein, wo wir dann gänzlich ohne Regen unser Zelt-Dorf errichten konnten.

Den Abend verbrachten wir unter dem offenen Esszelt und spielten Brändidogg.

Am Samstagmorgen überraschte uns das Wetter mit stahlblauem Himmel. So konnten wir nach einem ausgiebigen Frühstück unsere Bikes hervornehmen und uns auf eine wunderschöne Biketour machen. Der Weg führte uns von Muzzano an der Autobahn entlang bis kurz vor Bedano. Dort bogen wir auf unseren einzigen, und für einzelne auch sehr anstrengenden Anstieg ein, welchen nur zwei von fünf Jugendlichen ohne abzusteigen bewältigen konnten. Dieser Weg führte uns am Lago d’Origlio vorbei, über Ponte Capriaca hinauf zur Kapelle S. Bernardo. Der grösste Teil war asphaltierte Strasse. Ab Roncaccio war Naturweg, anfangs noch breit und dann wurde der Weg zum Singletrail. Die letzten 200 Meter mussten wir alle das Bike schieben weil der Weg nur sehr schwer befahrbar war. Oben angekommen belohnte uns der Berg mit einer wunderschönen Aussicht über Lugano und den Luganersee. Auf der anderen Seite Tesserete mit dem Monte Bar im Hintergrund, auf welchem sogar noch etwas Schnee lag.
Nach einem schmackhaften Lunch durften wir die Abfahrt unter die Räder nehmen. Die Wege waren sehr gut und ohne technische Hindernisse zu fahren, was den Jungs sichtlich Spass machte.
Auf dem Camping angekommen zogen fast alle die Badehosen an und nahmen ein Bad im sehr kalten Luganersee.
Am Abend gingen wir dann Pizza essen. Anschliessend feierten wir den 16. Geburtstag eines Jugendlichen und verbrachten den Abend erneut mit Brändidogg spielen.

In der Nacht auf Sonntag hat es nur wenig geregnet. Am Morgen konnten wir trocken frühstücken und unsere Zelte abbauen. Um 11.00 Uhr fuhren wir dann Richtung Birr.

 Team der Wohngruppe 2 

Photo Gallery

Flyer Fundamental

Fundamental - Persönlichkeitsentwicklung im Grünen

Fundamental – ein handlungsorientierter Prozess

Fundamental ist ein erlebnispädagogischer Prozess der in drei Phasen aufgebaut ist: Vorbereitungsphase, Projektwoche und Nachbearbeitungsphase. In der Vorbereitungsphase liegt der Schwerpunkt darin, allfälliges Entwicklungspotenzial festzustellen, Ziele zu definieren und die Jugendlichen auf die eigentliche Projektwoche vorzubereiten.

In der Projektwoche wird in einem erlebnispädagogischen Setting, an den festgestellten Entwicklungsbereichen und persönlichen Zielen gearbeitet. Es werden Erlebnismöglichkeiten geschaffen, die es dem Jugendlichen ermöglichen sollen, in einem alternativen, losgelösten Setting Erfahrungen zu machen und neue Handlungsstrategien und Erkenntnisse zu erwerben.

In der Nachbearbeitungsphase werden diese abstrakten Erfahrungen in den Alltag der Jugendlichen transferiert. Die gemachten Erfahrungen, Strategien und Bilder werden also aus ihrem erlebnispädagogischen Kontext gelöst und mit dem realen Leben der Jugendlichen verknüpft, respektive in den Alltag implementiert. Sind diese Erfahrungen kultiviert, erweitert sich das Kompetenzprofil.

Die Projektwoche findet vollumfänglich draussen in einem Waldstück, selbstversorgend statt und dauert 5 Tage. Dazu gehören auch die Übernachtungen sowie die Essenszubereitung etc. Die dazu benötigte Infrastruktur wird zusammen mit den Teilnehmenden erstellt und bewirtschaftet. Anhand ausgewählter Erlebnisse, setzten sich die Teilnehmenden draussen in der Natur mit ihren Themen und Zielen auseinander (Schaffung von thematischen Grenzsituationen).

Dabei steht immer der Prozess/Ziel im Vordergrund. Durch die intensive Auseinandersetzung mit dem Thema wird die neue Handlungsstrategie erarbeitet und geübt. Dazu sind in der Regel mehrere auf sich aufbauende Übungssequenzen/Settings nötig.

Fundamental – (an)sprechende Bilder

Damit erlebnispädagogische Arbeit funktionieren kann, braucht sie zwingend einen Bezug zum Alltag des Jugendlichen. Die Projektwoche ist analog zu der bevorstehenden Ausbildung des Jugendlichen aufgebaut. So entspricht jeder Tag der Fundamentalwoche metaphorisch einem Lehrjahr, respektive dem Anfang und Ende der Berufslehre.

Metaphorischer Aufbau der Woche:

Montag

Metapher: Eintritt in die Berufslehre

Themen: Sich auf etwas Neues einlassen, Ängste überwinden, schwierige Situationen aushalten ohne davon zu laufen.

Übungen: Revier abstecken, Anti-Zecken Hals- oder Armband knüpfen, Biwak bauen, Latrine errichten, Feuertisch bauen, Feuerstelle erstellen.

Sich darauf einzulassen 5 Tage und 4 Nächte am Stück in freier Natur zu leben bedeutet in 1. Linie sich auf eine vollkommen neue, ungewohnte Situation einzulassen und verlangt den Teilnehmern viel ab. Die vertraute Umgebung fällt komplett weg und die gewohnten Strukturen werden grösstenteils aufgelöst. Eine fremde Situation kann Ängste auslösen und lässt viele Fragen aufkommen. Wo werden wir übernachten? Wie tief fallen die Temperaturen in der Nacht? Gibt es hier wilde Tiere im Wald? Wo können wir zur Toilette gehen? Um welche Zeit wird es dunkel? Wie können wir unsere Handys aufladen? Wird es Regnen? Was werden wir essen? Wo befindet sich die nächste Bushaltestelle? So ähnlich muss es sich für einen Jugendlichen anfühlen, wenn er das 1. Mal auf den Neuhof kommt. Die Teilnehmer brauchen zwingend Orientierung. Die Leitungspersonen beantworten die vorhandenen Fragen, legen Grenzen fest und sorgen somit für Klarheit. Je weniger Ängste vorhanden sind, desto einfacher ist es für den Jugendlichen die neue Situation zu akzeptieren.   

Dienstag

Metapher: Das 1. Lehrjahr

Themen: Selbstvertrauen, Vertrauen zu Vorgesetzten und Arbeitskollegen aufbauen.

Übungen: Diverse Vertrauensübungen, Abseilen an einer 12m Felswand, Nachtabseilen an einer 15m Felswand.

Die erste Nacht im Wald ist überstanden. Das selbstgebaute Biwak hat vor Kälte und Nässe geschützt, wir sind nicht von wilden Tieren angegriffen worden. Die Informationen und Ratschläge der Erlebnispädagogen waren hilfreich, deren Aussagen haben sich bewahrheitet. Das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und in die Fähigkeiten von Leitungspersonen oder Kollegen hat sich gelohnt. Gut zu wissen, dass man nicht alleine ist und Unterstützung erhält. Niemand wird fallen gelassen, ich kann mich auf die anderen verlassen. Gemeinsam können wir noch so steile Abhänge überwinden.

Mittwoch

Metapher: Das 2. Lehrjahr

Themen: Zusammenarbeit, Absprachen einhalten, Durchhaltewillen beweisen.

Übungen: Baumstammtransport, zwei Steinöfen bauen, Pizza  backen.

Die Übungen werden komplexer und können nur gemeinsam als Team gelöst werden. Alle ziehen am selben Strang und haben das gleiche Ziel vor Augen. Verschiedene Ideen werden zusammengetragen und untereinander diskutiert. Mögliche Strategien werden ausprobiert, gegebenenfalls optimiert. Die Umsetzung braucht Kraft und Ausdauer. Scheitern gehört dazu und ist manchmal frustrierend. Auf die Zähne beissen, nicht aufgeben und einander gegenseitig motivieren, anstatt sich gegenseitig die Schuld zuzuschieben, hilft.  Das Durchhalten hat sich gelohnt und die Leistungen werden am Ende eines körperlich anstrengenden Tages mit selbstgebackenen und sehr leckeren Pizzen belohnt.

Donnerstag

Metapher: Das 3. Lehrjahr mit Lehrabschlussprüfung

Themen: Erlangtes Wissen repetieren, erlernte Strategien anwenden, mehr Verantwortung übernehmen, selbstbewusst auftreten, zeigen was man drauf hat.

Übungen: Die Teilnehmer organisieren die komplette Infrastruktur für den Besuchstag und eine Camp-Präsentation für die Besucher, Hühnchen auf dem offenen Feuer zubereiten.

Der Fundamental Besuchstag ist das Highlight dieser Woche. Jetzt können die Jugendlichen beweisen, was sie in den letzten 3 Tagen gelernt haben. Das Leiterteam gibt lediglich bekannt, welche Aufgaben bis um 14 Uhr erfüllt sein müssen. Die Teilnehmer müssen sich selbständig organisieren und sich in eigener Regie, Schritt für Schritt um die ganzen Vorbereitungen kümmern. Das Ziel kann nur erreicht werden, wenn alle gemeinsam mitanpacken. Damit alle Arbeiten fristgerecht erledigt werden können, braucht es zudem eine gute Koordination. Jemand muss die Verantwortung übernehmen, um stets den Überblick in der komplexen Situation zu behalten. Der Ehrgeiz der Teilnehmer, alles in bester Manier zu erledigen und alle Ziele zu erreichen, ist gross. Immerhin kommen wichtige Vertreter des Neuhofs zu Besuch. Der Anlass wird dank einer tollen Kollektivleistung der Jugendlichen ein voller Erfolg. Mit der anschliessenden Camp-Präsentation ist es den Jugendlichen gelungen, den Besuchern einen spannenden Einblick in das Projekt Fundamental - Persönlichkeitsentwicklung im Grünen zu verschaffen.

Freitag

Metapher: Beendigung der Berufslehre, Ausstritt aus dem Neuhof

Themen: Die Zelte abbrechen, Resümee ziehen, was nehme ich mit auf meinen Weg.

Übungen: Lagerplatz Abbau, Spuren beseitigen, Material Reinigung, Auswertung.

Das Ziel des letzten Tages besteht darin, den Lagerplatz wieder so herzurichten, wie wir ihn zu Beginn der Projektwoche angetroffen haben. Wir tragen eine gewisse Verantwortung gegenüber den Vermietern des Walstückes und natürlich gegenüber der Mutter Natur. Die Aufbauten werden gemeinsam abgebaut und alle anorganischen Abfälle minuziös eingesammelt. Auch hier wird ersichtlich, wie eingespielt das Team mittlerweile ist. Wichtig ist auch die Beseitigung der Feuerstelle, damit in Zukunft nicht unerwünschte Gäste auf dem Platz stehen. Das Kochen auf offenem Feuer hinterlässt natürlich seine Spuren. Das Schruppen der Töpfe kostet die Teilnehmer nochmals ein letztes Stück Überwindung. Wer nicht aufpasst und die russige Unterseite der Töpfe anfasst, hat „Pech“ gehabt. Zu guter Letzt wird nochmals zurückgeschaut und ausgewertet, was einem die ganze Sache überhaupt gebracht hat. Jeder Jugendliche ist mit einem persönlichen Ziel in die Projektwoche gestartet und soll nun aus den zahlreichen Erfahrungen eine neue Handlungsstrategie entwickeln, um diese auf dem Neuhof weiterzuverfolgen.

Fundamental – intensiv und zielorientiert

Der Aufschrei der Jugendlichen war weniger gross als erwartet, als sie über das bevorstehende Berufsvorbereitungsprojekt informiert worden waren, an dem sie teilnehmen sollten. Was weitaus häufiger zum Ausdruck kam, war neben der grossen Unsicherheit vor allem Neugierde, Interesse und eine grosse Anzahl an Fragen.

Mit Bildern, lebhaften Berichten und einem offenen Informationsfluss konnte schlussendlich bei allen Beteiligten die Abenteuerlust soweit geweckt werden, dass sie dem Vorhaben mit einem mehr oder weniger positiven Gefühl entgegentreten konnten.

Über eine grundsätzlich so positive Resonanz erstaunt, konnten wir sogar beobachten wie in den nächsten Tagen grosse Messer, Handyzusatzakkus (was es halt in so einer „Überlebenswoche“ alles braucht) und dergleichen von den Jugendlichen in eigen Regie organisiert wurden.

In den Berufsvorbereitungsbetrieben schätzte sich jeder teilnehmende Jugendliche anhand einer Kompetenzmatrix ein und definierte daraus zusammen mit dem Arbeitsagogen ein Ziel für die Fundamentalwoche, welches er bearbeiten und alternative Handlungsstrategien dazu erwerben möchte.

Am Montagmorgen um 7.15 Uhr wurde es ernst. Bei einem Kaffee wurden noch die letzten Einzelheiten besprochen, die vergessenen Utensilien ergänzt und das allgemeine Gruppenmaterial sowie die Lebensmittel für 5 Tage in den bereitgestellten Anhänger geladen.

Im Waldstück auf dem Bözberg angekommen, lernten wir dieses zuerst kennen, indem wir die Grenze der Parzelle abschritten und uns allgemein mit der Umgebung vertraut machten. Als Zeckenprävention, wie auch als symbolischer Einstieg knüpften alle ein Hals- oder Armband, dass sie die ganze Woche begleiten soll. Der Rest des Tages wurde in die Infrastruktur (Küche, Latrine, Gemeinschaftsüberdachung, Biwak etc.) investiert.   

Die Zmorge Gruppe musste am Dienstag bereits früh aus den Federn. Schnell wurde den Jugendlichen klar, dass es einiges mehr an Zeit benötigt, ein anständiges Zmorge draussen zu zubereiten als einfach den Knopf der Kaffeemaschine zu drücken. Feuer wurde entfacht, Teig geknetet, Pfannkuchen gebraten, Wasser erhitzt und zu guter Letzt alles ansprechend angerichtet. Nach dem Zmorgeabwasch wurde in der Gruppe philosophiert, was im ersten Lehrjahr auf sie zukommen würde. Schnell wurde parallel zur jetzigen Situation erkannt, dass es vor allem Vertrauen braucht: Vertrauen in den Lehrlingsausbilder, Vertrauen zu Mitlernenden, Vertrauen in Arbeitskollegen und auch Vertrauen in sich selber. Bei den anschliessenden Vertrauensübungen war es dann dem Einen oder Anderen auch nicht mehr ganz so wohl, sich vollständig auf eine andere Person verlassen zu müssen.

Am Nachmittag wurde die Latte höher gesetzt. Mit Gstältli, Helm und Abseilachter ausgerüstet, ging es an die nahe gelegene Felswand. Schnell wurde die Komfortzone überschritten als man plötzlich nur noch an einem 10mm starken (seidenen) Faden 12 Meter über dem Abgrund hing. Das Wort Vertrauen muss in dieser Situation für viele eine neue, stärkere Bedeutung bekommen haben. Unten angekommen sprachen die zitternden Beine jedenfalls Bände. Beim Nachtabseilen an einer 15 Meter, überhängenden Wand konnten nochmals alle ihr aufgebautes Vertrauen unter Beweis stellen, auch wenn es nicht bei allen dafür gereicht hat.

Mit Porridge und Kaffee begann das „zweite Lehrjahr“. Der Schwerpunkt des Tages wurde auf „Durchhaltewillen und Zusammenarbeit“ festgelegt. Wichtige Parolen fürs zweite Lehrjahr. Bei einer komplexen Übung musste ein Baumstamm in kurzer Zeit über eine Strecke transportiert werden. Dies gelang den Jugendlichen bereits nach 45 Minuten und duzenden Anläufen. Nach einer intensiven Auswertung konnten die Jugendlichen die daraus gezogen Handlungsstrategien beim Pizzaofenbau anwenden und ausprobieren. Das Ziel war einfach; um das Nachtessen zuzubereiten, brauchte es zwei funktionierende Öfen. Beim zweiten Einsturz des Ofens mussten die Jungs Durchhaltewillen und Frustrationsbewältigung zeigen. Nach einer Fehleranalyse wurden neue Strategien besprochen und angewandt. Am Abend gab es Pizza – Ziel erreicht.

Wie jede Ausbildung endete auch unsere mit einer Abschlussprüfung. Vollgepackt mit den erlernten Strategien der ersten beiden Lehrjahre stellten sich die Jugendlichen der Prüfung: Bis 14.00 Uhr mussten 2 Gugelhopfe gebacken und Knoblibrot zubereitet, sowie eine Führung in der unser Camp vorgestellt wird, organisiert sein.

Unter der Beobachtung der Pädagogen organisierten sich die Jugendlichen und verteilten die Aufgaben. Schnell wurde gefeuert, Teig gemacht, Butter geschmolzen und Wasser gekocht. Durch die ausgeprägte Zusammenarbeit wurde tatsächlich bis um 14.06 Uhr alles fertig.

Kurz darauf trafen die ersten Besucher des Neuhofs ein, die wir zu Besuch einluden und zugleich als Prüfungsexperten fungierten. Prüfung bestanden! Zur Feier des Tages wurden 5 Hähnchen in Marinade gewälzt und 70 Minuten auf der Glut gedreht.

Nach einer feuchten Nacht wurden sprichwörtlich die Zelte abgebrochen und Spuren beseitigt. Nochmals wurden Ziele überprüft, Erkenntnisse festgehalten und Strategien gesammelt. Danach ging es schnell und der Wald wurde wieder sich selber überlassen. Zurück auf dem Neuhof angekommen, wurde trotz der einsetzenden Müdigkeit das gebrauchte Material wieder gesäubert, instandgesetzt und verstaut.

Wie auch das Material wieder eingeordnet werden musste, hatten die Jugendlichen die Aufgabe, ihre neuen Erkenntnisse in ihrem Kopf einzuordnen und in ihren Alltag zu implementieren. Ob dies geklappt hat, stellt sich an einem „Follow Up“ Tag heraus, an dem nochmals auf die Projektwoche zurückgeblickt wird und die Verankerung der erworbenen Handlungsstrategien in die Lebenswelt der Jugendlichen ein zentrales Thema sein wird.

Mit dem symbolischen Bild des aufgeräumten Materialkellers entliessen wir die Jugendlichen in ihr wohlverdientes Wochenende.

Fundamental – Statements der Jugendlichen

Die Woche war anstrengend, aber ich habe gelernt durchzubeissen.
Ich bin überrascht, wie einfach es war ohne TV auszukommen.
Wir haben verschiedene Techniken gelernt, um im Wald zurechtzukommen.
Die Woche war aufregend und hat uns BV-Schüler zusammengeschweisst.
Wir haben uns schnell an die neue Situation gewöhnt.
Ich bin stolz, dass ich die ganze Woche durchgehalten habe.
Wir haben uns alle besser kennen gelernt.
Man lernt echt zu schätzen, was man auf dem Neuhof alles hat.
Es war gar nicht so schlimm, wie es am Anfang geklungen hat.
Wir haben gelernt aufeinander zu achten, anstatt Einzelkämpfer zu sein.
Wir werden Fundamental weiter empfehlen, es war eine gute Erfahrung.
 

Devrim Balyos, Dani Winter, Caroline Kirchfeld

Photo Gallery

Osterdienst 2015

Das Osterlager verbringen wir grösstenteils auf dem Pferdehof Tiefental, der von Bettina und Jakob Möckli. Nach einer etwa zweistündigen Reise mit etwas Stau im Verkehrsfluss werden im ländlichen Schlatt die grossräumigen Zimmer gruppenweise bezogen sowie die Küche kochbereit eingerichtet. Nach gütlicher Zwischenverpflegung geht es um 17 Uhr endlich los auf Wanderschaft. Über Stock und Stein sowie durch sattgrüne Wiesen und lichtdichte Wälder erreichen wir unser erstes Etappenziel: Eine stillgelegte und wieder üppig verwachsene Sandgrube. Von Entdecker- und Pioniergeist angetrieben erkundet die Jungmannschaft das Gebiet und erklettert mit Heldenmut die steilen Felswände. Leidenschaftlich werden die Namen von Freundinnen in die strukturreichen Sandwände eingeritzt zum Gedenken an die nächste Generation. Auf einer weitsichtigen Anhöhe lodert bereits mit orange- und goldfarbenen Flammen mit holzigem Rauchgeschmack, die vorbereitete Feuerstelle und lädt zum Bräteln ein. Die nachfolgende zweite Etappe führt uns bis zum tosenden Rheinfall, den wir menschenleer und in bereits dunkler Nacht im Scheinwerferlicht bewundern können. Noch selten zuvor war von den Wanderknaben ein einziger Apfel so genussvoll verspiesen worden wie nach diesem Langstrecken-Marathon. Mit bereitgestellten Fahrzeugen werden wir müde aber zufrieden ins Lagerhaus zurück chauffiert. Eine ruhige und schlaftrunkene Nacht steht uns bevor.

Heute lernen wir entsprechenden Umgang mit einem stark beziehungsorientierten Herdentier: Dem Pferd. Nach einer umfangreichen und detaillierten Einführung in die Binde- und Führungstechnik geht es ans Eingemachte. Mittels gelassenen Spaziergangs durch die Herde, soll sich das Pferd nun seinen Reiter auswählen. Beeindruckend, wie passend zum Teil die Wahl ausfällt. Zum störrischen Jungen gesellt sich gerne auch einmal das störrische Pferd. Gemäss den Anweisungen von Jakob Möckli werden die Pferde nun regelrecht sprunghaft in Angriff genommen, bis man endlich Platz auf des Tieres Rücken gefunden hat. Eine äusserst clownesk wirkende Angelegenheit für das Auge. Diverse Schritt-Tempi auf dem Rosse werden praktiziert. Dabei ist sicherlich der wild anmutende Rodeo-Ritt das Highlight. So haben unsere angehenden Cowboys ihr Pferd immer wieder in sich selbst rettender Weise umarmen müssen, wie sie dies wohl nur bei der eigenen Freundin tun würden. Auch wenn es teilweise gefährlich aussieht, bleibt immer alles unter handfester Kontrolle des Pferdemeisters Möckli. Am Ende bleibt der tiefe Eindruck dieser erlebnisreichen Erfahrung in den Herzen der jungen Männer sichtbar zurück. Leider fällt aufgrund der schlechten Wetterbedingungen, die für den Abend gewünschte Planwagenfahrt aus. Anstelle dessen, erkunden wir am späteren Abend die Altstadt von Schaffhausen und genehmigen uns einen Gutenacht-Trunk.

Der Ostersonntag erwacht etwas zaghaft, da die Strapazen der vergangenen Tage die Jungs noch etwas ans Bett fesselt. Dennoch gelingt es nach und nach die Augen für den lachenden neuen Tag zu öffnen und der Osterbrunch haucht den mit Muskelkater behafteten Körpern wieder neue Lebensenergie ein. Heute heisst es Packen, Putzen und Abfahrt in Richtung altvertrautem Neuhof. Wir verabschieden uns also bereits wieder vom Pferdehof und erhalten sogar noch ein Lob von Bettina Möckli mit auf die Heimreise für das sauber hinterlassene Lagerhaus.

Nach schon fast traditionellem Brunch-Ritual steht für den Ostermontag eine süsse Angelegenheit auf dem Tagesplan. In Buchs besucht die bereits eingeschworene Boygroup das Schoggimuseum der Firma Chocolat Frey und begibt sich auf eine interaktive und poetische Reise rund um die Schokolade. So manch einer kann der Versuchung nicht widerstehen und schiebt sich genüsslich die passend benannten „Versuecherlis“ in den gaumendurchtränkten Mund. Später werden die vom geheimnisvollen und unbekannten Herr Osterhasen versteckten Schokohasen mit Inbrunst und Heisshunger gesucht und gefunden. Anschliessend wird noch dem gemeinsamen Lager-Rückblick das Gehör geschenkt, wobei hierin das Pferd der haushohe Osterdienst Gewinner ist.

Für das Osterteam

Daniel Irniger

Photo Gallery

Freiheit – kein Geschenk, sondern hart erarbeitet!

Interessenwochenende Iglubau auf der Ibergeregg, 13.3. – 15.3.2015

Gerade bei Jugendlichen des Neuhofs spielen die Themen Freiheit und Selbstbestimmung eine grosse und wichtige Rolle. Haben doch viele von ihnen vorher, zumindest vermeidlich, grössere Freiheiten erlebt als jetzt im engen Kontext des Berufsbildungsheims.

Der Traum von Freiheit ist also allgegenwärtig und wird von den Jugendlichen häufig in den schönsten Farben und Formen ausgemalt und auf zart rosa Wolken gebettet. Was viele ausblenden oder vergessen ist, dass man Freiheit nicht einfach geschenkt bekommt, sondern sich diese zuerst erarbeiten muss.

Doch was ist überhaupt Freiheit? Im ersten Moment schwärmen viele Jugendliche davon, dass sie tun und lassen können was sie wollen und ihnen niemand etwas vorschreibt. Dauern die Gespräche aber länger, reduziert sich der anarchieähnliche Zustand meist auf Grundbedürfnisse wie ein eigenes Haus, ein eigenes Auto und später mal vielleicht eigene Kinder. Klar, das Auto muss Alufelgen und getönte Scheiben haben, der Rest ist aber ganz „Bünzli“ mässig normal. Doch um dies alles zu erreichen muss man einiges leisten.

In diesem Sinne zogen am 13.3.2015 sechs Personen los um ihre Freiheit zu finden, zwar nur für ein Wochenende, aber immerhin. Der erste Weg war zwar nicht steinig, dafür schneebedeckt und dunkel. Mit Stirnlampe und Schneeschuhen ausgerüstet, wurde diese Hürde überwunden und kurz darauf standen bereits ehrgeizige Pläne für den nächsten Tag: Ein eigenes Haus in dem ihnen niemand etwas zu sagen hätte!

So marschierten dann auch am frühen Morgen sechs Jugendliche und SozialpädagogInnen im Gänseschritt Richtung Bauplatz fürs eigene traute Heim. Manch einer hätte wohl nicht gedacht, dass es für den Bau eines Iglus so viel Ausdauer, Vorstellungsvermögen, Improvisationstalent, Durchhaltewillen und Teamfähigkeit braucht. Nach einem anstrengendem Tag stand dann tatsächlich ein lauschiges, gemütliches Iglu mitten im Nirgendwo auf der Ibergeregg – Freiheit in ihrer Reinform – hart erarbeitet – self made!

Nach einer frostigen Nacht war man sich aber einig, die absolute Freiheit genug gekostet zu haben und den Schlafsack und die Isomatte wieder gegen eine warme Bettdecke, mit den dazugehörenden Verpflichtungen, zu tauschen.

Zurück bleiben schöne Erinnerungen und Muskelkater, der uns erinnert, dass auch Freiheit seinen Preis hat.

Photo Gallery