Aufnahme

Mit unserem Aufnahmeverfahren wollen wir in mehreren Schritten abklären, ob unser Angebot für den Jugendlichen geeignet ist und ob der Jugendliche darauf anspricht. Nach einem Abklärungsaufenthalt muss eine klare Aufenthaltsperspektive sichtbar sein. Die Aufnahme erfolgt danach vorerst in eine dreimonatige Probezeit. Nach der Probezeit wird der definitive Aufnahmeentscheid gefällt.

Klientel   

Mit unserem Angebot sprechen wir männliche Jugendliche im Alter zwischen 15 und 22 Jahren an, die auf ihre Schwierigkeiten mit abweichendem Verhalten reagieren. Auf den von ihrem Umfeld (Familie, Schule, Lehrbetrieb etc.) auf sie ausgeübten pädagogischen Einfluss wollen oder können sie nicht mehr eingehen, verlieren dadurch den Halt und bedürfen besonderer pädagogischer Massnahmen.

Das Abweichende kann sich aus unserer Sicht in den drei Aspekten «Persönlichkeit», «Schule und Berufsausbildung» und «Zusammenleben» zeigen. Da wir Jugendliche aufnehmen, deren abweichendes Verhalten sich in einem, in zwei oder in allen drei Bereichen zeigt, fassen wir unsere Zielgruppe dementsprechend weit.

Wir sprechen Jugendliche an, die in einem Massnahmenvollzug stehen, oder die zivilrechtlich eingewiesen sind. Eine erstmalige berufliche Eingliederung im Rahmen der IV-Gesetzgebung kann nur im Zusammenhang mit einer straf- oder zivilrechtlichen Einweisungsmassnahme erfolgen.

Wir nehmen Jugendliche aus allen Deutschschweizer Kantonen auf, prioritär Jugendliche aus dem Kanton Aargau.

Wir erwarten, dass der Jugendliche seinem Neuhof-Aufenthalt selbst zustimmt. Unser Angebot eignet sich nicht für Jugendliche, die nicht berufsbildungsfähig, psychotisch, sehr gewalttätig oder massiv drogenabhängig sind.

 

Aufnahmekriterien

Formal

Einweisungen durch Jugendanwaltschaften und Jugendgerichte nach der Jugendstrafprozessordnung (JstPO), nach Art. 12-15 JStG15  Einweisungen durch Vormundschaftsbehörden und Jugendsekretariate nach ZGB Art. 308 und 310, in Verbindung mit Art. 314a oder 405a Einweisungen durch Schulpflegen (nur im Bereich Sonderschulung/Berufsvorbereitungsklasse und Einverständnis der Inhaber der elterlichen Sorge) Einweisungen durch den Gemeinderat (ab Berufsbildung und nur bei Einverständnis der Inhaber der elterlichen Sorge) Vollständig ausgefüllte Anmeldeunterlagen mit Fachgutachten (Gutachten über eine Sonderschulbedürftigkeit), Einweisungsverfügung resp. Zuweisungsbeschluss und Kostengutsprache Vorstellung des Jugendlichen mit einem Vertreter der zuweisenden Behörde und mit den Eltern.

Persönlich

normale Begabung Befähigung zur beruflichen Grundbildung EFZ/EBA oder zur BBT-Anlehre hinreichende Motivation keine schwere Drogenabhängigkeit.

Aufnahmealter

14 bis 18 Jahre (ab 15. Lebensjahr/nach dem 14. Geburtstag und vor dem 18. Geburtstag)  

 

Aufnahmeverfahren

  1. Anfrage Anfragen betreffend freier Plätze sind an die Koordinationsstelle Pädagogik (T: 056 464 25 25) zu richten.

  2. Anmelde- und Eintrittsformular Ausgefülltes Anmelde- und Eintrittsformular und weitere Unterlagen sind an die Bereichsleitung Sozialpädagogik zu adressieren.

  3. Aufnahmegespräch Es dient dem Kennenlernen aller Beteiligten, insbesondere einer Klärung der Motivation des Jugendlichen sowie zur Beantwortung der Frage, ob unser Angebot für den Jugendlichen geeignet ist.

  4. Abklärungsaufenthalt Der Jugendliche schnuppert während 14 Tagen auf einer Wohngruppe. Je nach Alter, Vorbildung und Berufswunsch schnuppert er in einem Angebot der Berufsvorbereitung oder in einem Ausbildungsbetrieb.

  5. Auswertungsgespräch Es findet ein Auswertungsgespräch in gleicher Zusammensetzung wie beim Kontaktgespräch statt. Der Aufnahmeentscheid wird am Ende des Auswertungsgesprächs gefällt.

  6. Probezeit Bei einer Aufnahme gelten die ersten drei Monate als Probezeit. Diese wird im Rahmen einer Standortbestimmung ausgewertet, wo über die definitive Aufnahme entschieden wird. Allenfalls kommt es zu einer Verlängerung der Probezeit oder zum Abbruch des Aufenthalts. Die Aufnahme erfolgt in die Wohnstufe I.

  7. Kontaktgespräch Anstelle eines Aufnahmegesprächs kann ein Kontaktgespräch vereinbart werden. Dies ist in Fällen nützlich, in denen Jugendliche für einen Heimaufenthalt noch nicht motiviert sind oder Eltern Vorbehalte haben. Es dient dem Vorstellen unserer Angebote und der Vertrauensbildung.